Marienschule Paderborn - Schulprogramm

Schulprogramm


Die Marienschule
Die Marienschule wurde im Jahr 1968 in der Südstadt gegründet. Heute ist sie eine dreizügige Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Paderborn. Das Raumangebot lässt auch die Einrichtung von Nebenräumen zur Differenzierung und Fachräume zu. Eine Turnhalle deckt den Bedarf für Sport. Eine Schülerbücherei mit regelmäßiger Ausleihe fördert das Lesenlernen. Ein Lehrmittelraum hält ein breites Angebot an Materialien und Ausstattung für alle Fächer bereit.
Die Marienschule ist eine von drei Schwerpunktschulen für Gemeinsamen Unterricht in Paderborn. In jedem Jahrgang werden in einer Klasse behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet.
Im Schuljahr 2011/12 besuchen 257 Kinder in 12 Klassen die Marienschule und werden von 20 KollegInnen unterrichtet, zwei davon sind ausgebildete Sonderpädagogen. Regelmäßig werden an der Schule LehramtsanwärterInnen ausgebildet. Viele Studenten der nahe gelegenen Universität leisten ihre schulpraktischen Studien hier ab.
Den Schulweg gehen viele Kinder gemeinsam im so genannten „Walking bus“, gesichert und begleitet von Eltern und der Polizei.
Mit ihrem Angebot an Betreuung ist die Marienschule eine verlässliche Schule je nach Bedarf bis 13.30 Uhr.
Seit dem Schuljahr 2006/ 2007 ist die Marienschule auch eine Offene Ganztagsschule (OGS) mit einer warmen Mahlzeit für die Kinder, Hausaufgabenbetreuung und sinnvoller Freizeitbeschäftigung.

Das Kind hat das Recht,
so zu sein,
wie es ist.
Janusz Korczak


In der Marienschule werden Kinder unterschiedlicher Begabung, unterschiedlicher Herkunft, behindert oder nicht behindert unterrichtet.
Sie will ein Ort des Vertrauens, der Integration und der Förderung sein.

Erziehung
Leitidee unseres schulischen Wirkens soll das Wahrnehmen des Erziehungsauftrags von Schule sein.
Die Förderung sozialer Kompetenzen soll ein Baustein unserer Erziehungsarbeit sein.
Wir wollen eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der jedes Kind lernen, arbeiten, spielen und Freundschaften schließen kann. Kinder können ihr Selbstvertrauen stärken, Vertrauen zu Klassenkameraden und LehrerInnen entwickeln, sich gegenseitig achten und darauf vertrauen, dass LehrerInnen, Eltern und Kinder zusammen wirken. Wir möchten, dass alle Kinder motiviert zur Schule kommen und als Teil der Schulgemeinschaft sich im Schulalltag verantwortlich verhalten.
Als Schwerpunktschule mit Gemeinsamem Unterricht fördern und fordern wir durch Integration soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Verständnis. Integration soll nicht nur im Klassenverband stattfinden, sondern im gesamten Schulleben gelebt werden.
Unsere Arbeit soll präventiv greifen. In diesem Sinne soll eine positive Verstärkung Basis unserer Erziehungsarbeit sein.

  • Es wurde ein Regelwerk in Form einer Schulordnung/Pausenordnung geschaffen . Mit diesem Regelwerk werden SchülerInnen in die Verantwortung genommen und müssen dieses als für alle verbindlich akzeptieren.

  • Eltern werden in die schulische Arbeit einbezogen, indem sie durch gemeinsame Verabredungen und einem regelmäßigen Informationsaustausch Verantwortung übernehmen.


Unterricht
Die Leitideen unserer Schule spiegeln sich im Konzept von Unterricht wider; wir wollen die Kinder dort abholen, wo sie stehen.

  • In der Schuleingangsphase haben wir uns für eine Förderung in jahrgangsbezogenen Klassen entschieden.
    In einer Phase der Beobachtung und gezielten Diagnostik werden Förderpläne erstellt, die als Grundlage für die weitere innere und äußere Differenzierung stehen.

  • Differenzierung hat einen hohen Stellenwert für uns; wir möchten die Kinder entsprechend ihren Voraussetzungen und ihrem Leistungsvermögen fördern.
    Möglichkeiten der inneren Differenzierung liegen für uns u. a. im Bereich Mathematik „Rechnen auf eigenen Wegen“ (entspr. Lehrwerk „Das Zahlenbuch“).
    Im Bereich Rechtschreiben wird nach dem Konzept von N. Sommer-Stumpenhorst „Richtig Schreiben lernen – Schritt für Schritt“ gearbeitet.
    Wir ergänzen den Förderunterricht auf Klassenebene durch klassenübergreifenden Unterricht (z.B. im Förderband der Klassen 1 und 2) und Angebote wie Silentien und Förderstunden in Zusammenarbeit mit der Universität. Auch Experten von außerschulischen Einrichtungen ziehen wir in gegebenem Fall zu Rate.

  • Wir haben offene Türen, d.h. wir wollen uns nicht hinter die Klassentüren zurückziehen, sondern wollen offen bleiben füreinander, miteinander im Gespräch bleiben.

  • Kooperation ist für unsere Unterrichtsarbeit wichtig, sowohl in der Jahrgangsstufe als auch im Team in einer Klasse.

  • Das Klassenlehrer-Prinzip wird von uns angestrebt, wobei der Lehrerwechsel in der Regel nach Klasse 2 erfolgt.

  • Unsere Arbeit wird im Vorfeld von Unterricht in Stoffverteilungsplänen dokumentiert. Für die behinderten Kinder im Gemeinsamen Unterricht werden individuelle Förderpläne erstellt.

  • Wir arbeiten projektorientiert: Projektwochen auf Schulebene (alle zwei Jahre) wie z.B. zum Thema „Kunst und Handwerk“, Projekte im Bereich Leseförderung im Rahmen der Teilnahme an der Paderborner Kinderbuchwoche, Projekte im Sachunterricht klassenübergreifend auf einer Jahrgangsstufe oder Miniprojekte wie z.B. Mathematik.

  • In allen Klassen der Marienschule wird nach Tagesplan oder Wochenplan gearbeitet, wobei der Umfang und die Organisation dieser Arbeitsform durchaus variieren.

  • Als verbundene Schrift lernen die Kinder der Marienschule z. Zt. die Schulausgangsschrift.

  • Im Fach Sachunterricht haben wir verbindliche Arbeitspläne für die Klassen 1 – 4 erarbeitet. Dazu haben wir Themenordner  erstellt und zu etlichen Themen auch Materialkisten zusammengestellt.

  • Unsere Schule ist in das Lernstattprojekt der Stadt Paderborn eingebunden; es befinden sich in jedem Klassenraum drei Computer-Arbeitsplätze.

  • In den Klassen 3 und 4 bieten wir nach Möglichkeit Arbeitsgemeinschaften (z. B. Chor, Basketball, Tanzen, Baseball, Krimi, Schach) an.

  • Die Hausaufgaben, deren Umfang sich an den Richtlinien orientiert (1./2. Klasse: 30 Min.; 3./4. Klasse: 60 Min.), stellen wir in der Form, dass sie möglichst selbstständig erledigt werden können. In einigen Klassen bekommen die Kinder einen Hausaufgabenplan, den sie im Laufe der Woche bearbeiten sollen; dies soll zu größerer Flexibilität aber auch der Förderung der Selbstständigkeit bei der Erledigung der Hausaufgaben führen. Über das Wochenende bekommen die Kinder der Marienschule keine Hausaufgaben auf.


Schulleben
Lebendige Gestaltung von Schulleben sehen wir als Aufgabe aller Beteiligten; Lehrer, Schüler, Eltern und außerschulische Partner der Marienschule wirken bei der Umsetzung folgender Veranstaltungen mit.

  1. Morgensingen
    Schüler aller Jahrgangstufen treffen sich zu besonderen Festen oder jahreszeitlichen Anlässen in der Pausenhalle, um gemeinsam Lieder zu singen, Gedichtvorträge zu hören, kleine Aufführungen von Tänzen etc. zu erleben.
    Dabei wird ein gemeinsames Liedgut unserer Schule erworben und gepflegt.

  2. Patenschaften
    Die Schüler übernehmen Patenschaften für Lernanfänger, um ihnen das Einleben zu erleichtern.

  3. Schülerbücherei „Marienbücherei – Schatzkiste für Leseratten“:
    Die SchülerInnen können in den großen Pausen lesen und Bücher ausleihen. Die Ausleihe wird von den Eltern durchgeführt.
    Außerdem wird die Bücherei für Leseförderung im Klassenverband und für besondere Leseprojekte genutzt.

  4. Unterricht an außerschulischen Lernorten
    - Waldlehrpfad Haxtergrund
    - Sternwarte
    - Fischteiche
    - Naturkunde-Museum Schloß Neuhaus
    - Grünes Klassenzimmer / Auenparkgesellschaft
    - Baumhaus Neuenbeken
    - Paderquellgebiet
    - Kaiserpfalz
    - Diözesan-Museum
    - Schulmuseum
    - HNF-Computermuseum
    - Bibliotheken: Medienzentrum, Kibi
    - Buchhandlung
    - Arbeitsstätten wie: Bäckerei, Bank, Feuerwehr, Kinderklinik, Tierarztpraxis, Zahnlabor, Zahnarztpraxis

  5. Theaterbesuche
    in der Vorweihnachtszeit: Kammerspiele
    im Frühjahr: Paderhalle – Puppenspielwoche
    im Sommer: Freilichtbühne Schloß Neuhaus

  6. Ausflüge und Klassenfahrten
    Tagesfahrten zu den Zielen in der Umgebung wie: Emmerstausee, Nadermanns Tierpark, Talsperre, Tropfsteinhöhle Warstein, Bergwerksmuseum
    mehrtägige Fahrten mit 2 – 4 Übernachtungen nach Detmold, Brilon, Rüthen, Holzminden, Bad Driburg oder zum Schulbauernhof Ummeln (im 3. bzw. 4. Schuljahr

  7. Teilnahme an Wettbewerben
    Kinderbuchwoche (alle 2 Jahre)
    Malwettbewerbe
    Sportwettbewerbe ;  Mathe-Olympiade

  8. Gottesdienste
    14-tägig finden katholische und evangelische Gottesdienste für die Jahrgänge 3 und 4 statt.
    Ökumenische Gottesdienste werden zu besonderen Anlässen wie Einschulung, Schuljahresabschluss oder Vorweihnachtszeit gemeinsam vorbereitet und durchgeführt.

Folgende Aktivitäten erfahren bisher durch die Mitarbeit der Eltern eine große Unterstützung:

  • Schulfest
  • Projektwoche
  • Sport- und Spielfest
  • Back- und Kochaktionen im Klassenverband
  • Organisation von Klassen- und Abschlussfeiern
  • Schulhofgestaltung
  • Walking bus
  • Schülerbücherei
  • Adventsbasteln
  • Bücher- und Spieleflohmarkt mit Waffelverkauf                                                                                                                   (Erlös zur Finanzierung gemeinnütziger Projekte bzw. schulischer Vorhaben - im Wechsel) 

Kooperation mit Partnern der Schule
Die Zusammenarbeit findet mit unterschiedlichen Einrichtungen und Institutionen statt:

1. Vereine an der Schule

  • Marienkäfer Gruppe
    Durch den Betreuungsverein Marienkäfer konnte die Marienschule eine verlässliche Grundschule von 8 bis 13.30 Uhr werden. Regelmäßiger Austausch über Erziehungsfragen und Abstimmungen zum Stundenplan sind fester Bestandteil der Zusammenarbeit.

  • AWO
    Die AWO ist Träger unserer OGS. Das Konzept der OGS Marien findet sich im Bereich Betreuung/ Ganztag.

  • Förderverein der Marienschule
    Der Förderverein unterstützt viele Aktivitäten der Schule (z. B. die Einrichtung der Schülerbücherei, Anschaffung eines Gartenhauses etc.) und ermöglicht insbesondere Kindern aus sozial schwachen Familien die Teilnahme an unterschiedlichsten schulischen Veranstaltungen. An Elternabenden der Schule wird für die Mitgliedschaft und evtl. Sponsoring geworben.

2. Kindergarten
Wechselseitige Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch schwerpunktmäßig mit den Kindergärten „Unter dem Regenbogen“ und „Maria zur Höhe“ soll den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule begleiten. Erzieherinnen hospitieren, künftige Lehrerinnen des 1. Schuljahres besuchen den Kindergarten. Es finden Beratungsgespräche und Infoabende für Eltern statt. In einer Einschulungskonferenz werden besondere Problemfälle bei der Einschulung erörtert und sich über die kommenden Schulanfänger ausgetauscht. Zukünftige Schulkinder werden vor Schulbeginn zu einem Besuch in der Marienschule eingeladen und erhalten eine Einladung zum Schulfest. Der Informationsaustausch wird nach der Einschulung fortgesetzt.

3. Gesundheitsamt/Zahnarztpraxen
Die Marienschule arbeitet eng mit dem Gesundheitsamt im Rahmen der Einschulung zusammen.
Außerdem finden regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen in der Schule statt.
In den Klassen 1 und 2 werden die Kinder im Rahmen des PaZiSch-Programms durch  Paderborner Zahnärzte betreut.

4. Katholische und evangelische Gemeinde
Neben den im Schulleben beschriebenen Gottesdiensten für die Klassen der Jahrgangsstufen erhalten die katholischen Kinder im 3. und 4. Schuljahr Seelsorgeunterricht.

5. Verkehrserziehung durch die Verkehrspolizei
1. Schuljahr: Der sichere Schulweg
3. Schuljahr: Verkehrssicheres Fahrrad; Kinder im Auto
4. Schuljahr: Radfahrtraining und -prüfung

6. Uni-GH Paderborn
Mit der Universität, insbesondere mit dem PLAZ (Paderborner Lehrerausbildungszentrum) findet eine regelmäßige Zusammenarbeit statt. Studenten führen Praktika in unterschiedlichen Fachbereichen durch. Besonders zu erwähnen ist das Kunst-Projekt, in dem Studenten in einer Klasse eine Projektarbeit zu einem Thema (z.B. Haut, Tiere, Ästhetische Biografie) durchführen. Dieses Projekt wird dann im folgenden Semester in der OGS angeboten.

7. Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück
Im Rahmen der Prävention zum sexuellen Missbrauch wird ein Theaterstück vorgeführt, in das die Kinder mit einbezogen werden. Die Eltern werden zuvor zu einer Sichtveranstaltung mit anschließender Diskussion eingeladen. Diese findet in Zusammenarbeit mit dem Präventionsdezernat der Polizei statt.

8. Stadtsportverband und Sportamt der Stadt
Sportliche Vielseitigkeitssichtung und ein breit gefächertes Angebot an freiwilligen Schülersportgemeinschaften vom Leistungs- über den Breitensport bis hin zum kompensatorischen Sport ergänzen den Sportunterricht der Schule.

9. Lebenshilfe / Caritas
Zur Unterstützung behinderter Kinder im Gemeinsamen Unterricht werden Integrationshelfer bereitgestellt. Mit den Wohlfahrtsverbänden besteht eine Zusammenarbeit bei der individuellen Schulbegleitung einiger behinderter Kinder. Träger dieser Maßnahmen sind Lebenshilfe oder Caritas, die darüber hinaus Angebote zur Entlastung der Familien machen.

10. Beratung
Unsere Schule ist eingebunden in ein Netzwerk aus Angeboten zur Beratung und Hilfen in pädagogischen und psychologischen Fragen. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt bieten wir regelmäßig feste Beratungszeiten an, dies erleichtert uns, präventiv Hilfe zu leisten und bei Erziehungsproblemen relativ kurzfristig Eltern, Jugendhilfe und Schule an einen Tisch zu bringen.